2017/02/17

wer sich noch an a.m.music erinnert, der kennt sogar noch die popkomm. ein in jedem sinne unverkäuflicher promo-sampler von 1997

damals war holzgerlingen der mittelpunkt der postgothicwelt, und sogar bands wie silke bischoff und psychic tv brachten dort ihre platten heraus. doch heute kündet im weichbild des ortes nichts mehr davon, und niemand erinnert sich daran. das ist gut so, oder genauer gesagt, mir völlig am arsch vorbei. doch die nachgeborenen sollen dennoch davon kenntnis erlangen.
in diesem holzgerlingen gab es damals gegen ende der neunziger die firma a.m.music, die spätkommende und übergefühlige gothic-weicheier lizensierte und veröffentlichte. 1996 und 1997 hatten sie es sogar mit einem eigenen stand auf die kölner popkomm geschafft; anschliessend jedoch versackten sie in irgendeinem mir nicht näher bekannten nirwahna. das war ziemlich unschlimm.
zur popkomm 1997 jedenfalls veröffentlichten sie einen in mehrfacher hinsicht unverkäuflichen promotion-sampler mit grösstenteils unerheblicher musik, der dann anschliessend in irgenwelchen stuttgarter ramschläden verramscht wurde. eigentlich schade, denn die exklusiven tracks auf dem teil schwanken zwischen hochinteressant und sensationell. aber das ist euer problem; nicht meins. doch hört euch wenigstens mal no remorse in paradise und psychic tv an.


(mp3 / all scans included / direct download)


2016/12/30

IGA STUTTGART EXPO 93 / klanggarten von burkard schmidl / die schönheit ist nicht nur in selbst zerstört

(blabla 1993 empfand sich die internationale gartenbauaustellung noch als recht passend im grünen U, dem die stuttgarter innenstadt umfassenden, über drei gemarkungen sich erstreckenden parkensemble, vom killesberg über den rosensteinpark und den schlossgarten bis hin zum schlossplatz blabla) egal. ein teil der für die iga 1993 frisch erstellten bauwerke und parkteilchen existiert ja bis heute; das kunstgedöns auf dem wartberg zumindest noch in grossen teilen, ungepflegt zwar, aber kaum verwüstlich; der übergang vom pragsattel zum rosensteinpark, mit seinem verrottenden dreieck und den vermüllten dornenhecken; der rosensteinpark selber, mit seinen gefällten, oder zum fällen gekennzeichneten baum-ensembles; die installationen im unteren schlossgarten, die von baustellenschildern und absperrgittern kontrapunktiert werden; die blauen rohre und die die anlage zur absenkung des grundwasserspiegels im schlosspark schützenden spanischen reiter; die überall patrouillierenden hundertschaften; die befragung der natur und der natürlich gewachsenen ensembles durch natodrahtrollen und ungekennzeichnete minenfelder; und schliesslich die ankunft inmitten der baustellen im spannungsfeld zwischen kunstmuseum, staatsgalerie, und dem württembergischen kunstverein.
es hätte also sollte wollte, und ist es so wie es ist: kleinlich, mies, unbedeutend. 1993 also aber hat burkard schmidl, der sich früher übrigens mal bei missus beastly und embryo rumtrieb, eine musik für die internationale gartenbauausstellung geschrieben, die die damals noch existierenden bäume und verschlungenen pfade auf sich bezog, und neue wege in die künstlich geschaffenen wildernisse schlug; frisch mäandernd und gegen jeden strich: seine klänge klangen im alten park; frisch wuchernd und über sich selbst hinaus sich selbst in den weg fallend. die wege waren hochspannend noch bis ins jahr 2012 sogar; danach wurde alles vorhersehbar, glatt und in der mikrowelle aufladbar.
das einst so innige verhältnis stuttgarts und der stuttgarter zur avantgarde ist zu einem scheissdreck mutiert, und die klänge, die burkard schmidl dieser stadt auferlegt hat, zeugen prophetisch in sich von eben diesem scheissdreck, von besseren zeiten, und von der unmöglichkeit der rückkehr der schönheit.

(mp3 / alle scans dabei / direkter download)

(hört euch mal track 11 an, dann wird das klarer)

2016/12/23

TV REBELL 1967: mein brennend verlangen erwachte an dienstag: david bowie singing in german als ob ihm der kittel brennt; totally anrührend und im beckettschen sinne unbedingt scheiternd

manche wissen das; die meisten nicht (some of you knowknownow; but you don't): schon zehn jahre vor den entzweifelten eintageshelden hat david bowie bereits 1967 auf deutsch gesungen (ten years before he recorded heroes in german, bowie tried to sing in german for a german tv-show that was cancelled long before the scheduled broadcast for reasons unknown): für ein fernseh-feature (das nannte man damals schon so; setzte aber noch den bindestrich korrekt) scheiterte er glorios and glorious an deutschen versionen von "love you 'till tuesday" und schlimmer noch an "when i live my dream". die fernsehsendung kam dann letztlich doch nicht zustande; (those two significatelly differentlay versions from the versions commounalley known did onley survive bye chance on an acetate the recording engineer had stolen, and were sold at sotheby's in 1988 for another bunch of reasons unknown for an underidicilolous price) und die beiden songs überlebten nur knapp auf einem azetat, das 1988 bei sotheby's zu einem lächerlichen preis versteigert wurde. 
hier könnt ihr beide songs der cd tv rebell in einem rutsch durchhören (herightnow you can listen to both of these songs mixed into one); es beginnt deutsch, wird dann englisch, bleibt englisch, und wird dann wieder deutsch. es ist rührend, und kann nie zu laut angehört werden (please note the oxford comma). und wenn ihr die bilder braucht, dann müsst ihr sie extra runterladen, also speichern; save as that is for the pictures.
please note: next door in my blog spurensicherung i shared some 77 minutes of early singles and demo recordings from 1964 to 1968; these recordings-here are a wonderbra addidition to those recordings-there: nicha, nebenan in der spurensicherung habe ich noch eine ganze reihe von singles und demos aus der zeit von 1964 bis 1968 zusammengestellt; und diese zwei aufnahmen fit in perfectley, wie der engländer sagt. also habt gefälligst fun.
 
(mp3 / click left to listen; click right to save your ass)

2016/12/16

punk und zen: molto menz aus münchen und siemers aka van daale schwadronieren 1983 über eben genau das: punk und zen

dieser text erschien 1983 als doppelseitige din-a-4-beilage im tübinger lautt!-magazin nummero 4. molto menz aus münchen (der mit dem vertrieb "du bist so gut zu mir"; gleichzeitig die deutsche dependance der operation mindfuck) und ich haben sich uns gedanken gemacht: ob wohl der wise noise der punks sich un(terrörterrör)bewusst im hellweissen nichts des zen-buddhismus widerfinden (sick!) könnte? und guess what: natruelich kann er, und er tut es auch, nur die punks haben das nie so recht begriffen, und die buddhisten erst recht nicht; aber das macht nichts (sick again!), dafür waren wir ja da.
zusesätzlich zum flyer mit unserem sermon hat molto dann unsererkenntnisse noch auf einer c-10-kassette mit klängen verdeutlicht: diese kassette erschien in einer extrem limitierten auflage, und war nur direkt bei uns kostenlos erhältlich: das cover war monochromgoldenbrown, auf der hülle waren ein schwabenbräukronkorken und ein hölzerner pin-und-pong-handschmeichler aufgeklebt, der auch als allmächtiger joker im schach eingesetzt werden konnte, wenn man ihn denn vom tray ablösen konnte; und das konnte man nicht. also passte alles zusammen.
die musik auf der kassette war eine mischung aus ethnischem rumgetrommele (burundi oder sibirien oder peru oder bangladesh; die world music war damals schon eine auf scheiss-egal-niveau nivellierte scheissegalität), dem im text erwähnten p.m.hamel, out-takes von den raureitern und autofick (und übelste out-takes these were, by jove!), und natürlich der punks und buddhisten gleichermassen nervenden grunzerkenntnis der germs, die ja übrigens auch im text vorkommen, falls ihr ihn gelesen habt; und falls nicht dann doch. also, bitte.
so war das also damals, und so könnt ihr es hier im wesentlichen direkt ansehen und anhören. die eingeweichten werden sich vielleicht zusätzlich die .rar-datei herunterladen; mit (schon wieder dieses wort!!!!) out-takes der scan-session, und der damals im stuttgarter stadtmagazin ketchup erschienenen version meines textes als pdf, die norbert prothmann in den untiefen seines archives gefunden hat, und mir dankenswerterweiseweise zur verfnügung gestellt hat. die musik von autofick und den raureitern ist weltweit zu finden; molto menz hingegen ist verschwunden. und das lautt!-magazin könnt ihr mit ein paar bonustracks nebenan bei tape attack finden; dort lohnt das stöbern auch ansonsten.



2016/12/09

mozart, rakov, stamitz, und die beatles: zwanzig jahre jugendorchester der musikschule herrenberg

so einen musiklehrer hatte ich damals auch; hans-peter hiess er, und er liess sich auch gerne hans-peter nennen. und er kümmerte sich rührend um den chor und das orchester des domgymnasiums, und er kümmerte sich rührend um jede einzelne. und es gab auch schallplatten, und es hätte wohl auch cds gegeben. aber es war jedenfalls und hier in herrenberg auch; diese cd riecht seltsam.
das schülerorchester jedenfalls präsentiert hier 1998 zum zwanzigjährigen sein bestes: und das sind mozart, stamitz, rakov (listen to "vivo" directly in your browser), und die beatles. alles "life" aufgenommen; da hat in der eile wohl der lecktor versagt. mir jedenfalls ist aus einer reihe von gründen (sie sind den beigefügten texten immanent, und sie entspringen meiner eigenen biographie) unwohl; und ich tue den beteiligten unrecht. scheissdrauf. ich gestatte es dieser aufnahme aus herrenberg für einen moment, die projektionsfläche für unfaire, nicht nachweisbare erinnerungen zu sein. ernieway.
wir hören also jetzt&hier das was wir sehen, und wir sehen nicht daswas wir hören; hinter der hand verborgen und kultiviert, cooltiviert. ein ganz schwieriges, schwanzgieriges thema, das hier und in herrenberg (herren! berg!) völlig fehl am platz (!) ist und mit der aufnahme überhaupt nichts zu tun hat. 

(mp3 / all scans included / direct download)

2016/12/02

a bunch of troggs: the troggs sagen 93 mal fuck, spielen zwei stücke, und dann kommen die pinkees aus stuttgart (1966 / 1970 / 1983)

das konzentrationslose zen-trumm der folgenden neunzehn minuten ist eine proberaumaufnahme der troggs von 1970; also eigentlich rein formal nicht das zentrum, sondern der anfang, also die ersten elf minuten, und dann erst kommt der rest; aber inhaltlich eben doch das zentrum; also ihr wisst schon. jedenfalls sind also die troggs 1970 im proberaum und spielen mit sich selber und sagen dabei 93 mal fuck, und werden sich trotzdem nicht einig, ohne zu bemerken, dass sie sich längst einig sind. andererseits haben sie das wahrscheinlich sehr wohl bemerkt und wollten nur noch den produzenten auf die palme schütteln. annieweigh! wir hören also die troggs von 1970, und kurz bevor es so richtig anfängt zu nerven machen sie denn dochnoch richtig musik: es folgen relativ nahtlos needless to say zwei sücke von 1966, mit dem kassettenrekordermikrofon aus dem deutschen fernsehen aufgenommen. vermutlich aus der sendung 'beat beat beat' vom hessischen runfdunk, vermutlich aber auch nicht; keine ahnung. und als sei das noch nicht genug stelle ich ahnusschliessend noch g'schwind den zusammenhank zu stuttgart her: die stuttgarter band the pinkees zerebrillieren 1983 eine version von can't coumtrol mysellfish, live mit wenne am schlagzeug, gerald am bass, einem gitarristen an der gitarre, und siemers am singen: funnagainstwaits!

2016/11/11

the cecil taylor unit / one too many / salty swift / and not goodbye / live in stuttgart am 14. juni 1978

cecil taylor im unterhemd im mozartsaal der liederhalle in stuttgart im juni 1978: john coltrane hatte hier schon gespielt, mit und ohne eric dolphy; duke ellington war hier, die callas, louis armstrong, charles mingus: und alle im anzug und in der abendgarderobe: und jetzt kam cecil taylor im unterhemd: draussen war es warm: der stuttgarter punk formierte sich allmählich auf der strasse und im park: und die in der liederhalle sich verschanzt habenden autoritäten verweigerten dem unterhemd den well-tuned konzertflügel, der hinter der bühne "nur für klassische pianisten" reserviert blieb, und verwiesen den neger (so hiess das damals tatsächlich noch; auch gestandene, nicht nur jazz-versteher, sondern tatsächlich jazz-begreifer wie joachim-ernst berendt benutzten diesen begriff völlig unreflektiert) auf das kneipenpiano aus der hintersten ecke der asservatenkammer: immerhin musste er das verstimmte teil nicht selber auf die bühne schieben.
das konzert beginnt fast akademisch mit der raum- und materialbefragung durch die beteiligten musiker in kleinen und kleinsten besetzungen: im solo und im duo: und erst nach zwanzig minuten findet sich die gesamte band auf der bühne und explodiert ohne weitere vorwarnung in ausgedehnten kollektivimprovisationen: und sie hauen nägel rein ohne ende.
the cecil taylor unit: jimmy lyons (altsaxophon), raphé malik (trompete), ramsey ameen (violine), cecil taylor (klavier), sirone (bass) und ronald shannon jackson (schlagzeug) spielten also am 14. juni 1978 die folgenden nicht näher bezeichneten stücke:

CD1
01 - 03:49 (lyons / malik)
02 - 11:24 (ameen / sirone)
03 - 05:35 (jackson)
04 - 24:16 (unit)
05 - 27:27 (unit)

CD2
01 - 29:01 (unit)
02 - 17:57 (unit) (listen directly in your browser)
03 - 28:33 (unit)

zweinhalb grossartige stunden, die das schweizer label hat hut 1980 als heutzutage fast unmöglich zu findende dreifachlangspielplattenbox one too many / salty swift / and not goodbye veröffentlichte, und später als begrenzte auflage auf einer seit 2004 nur noch schwer erhältlichen doppel-cd wiederveröffentlichte; von dieser cd-edition stammen auch diese aufnahmen.

(mp3 / all scans included / direct download)