2016/10/21

paris 1978: albrecht/d. wohnt einem ritual der damals so genannten tendai-"sekte" bei, hustet ein bisschen, und meditiert vor sich hin. manchmal raschelt sein mikrofon.

eines von den vielenvielen tapes, die wir im nachlass des stuttgarter postfluxuskünstlers albrecht/d. gefunden haben; ausnahmsweise halbwegs sprechend beschriftet mit "paris 1978 / tendai sekte"; und damit ist das wenigstens mal so halbwegs klar: 1978 war albrecht/d. also irgendwann mal in paris und hat offensichtlich einem ritual der tendai-"sekte" beigewohnt. als "sekte" wurden in den späten siebzigern alle vom gutsituierten christentum auch nur einen hauch abweichenden kulte bezeichnet; man darf also auf diese bezeichnung nicht allzuviel bedeutungsverständnis verschwenden. in fact ist tendai eine von vielenvielen möglichkeiten, den zen-buddhismus auszuleben, und albrecht/d. hat sich auch von dieser möglichkeit angezogen gefühlt. dieser weg schien ihm so viel und so wenig sinnvoll wie viele andere.
die aufnahme dieses rituals stammt offensichtlich von ihm selber: wir hören ihn immer wieder sich räuspernd und leise hustend im hintergrund. ungewöhnlich ist, dass er über eine stunde lang seine klappe gehalten hat; aber so steht es geschrieben. wir hören also einen einstündigen nicht-gottesdienst, eine in den widersprüchen des seins sich verkrümelnde meditationsanmutung, die sich durchaus den interessierten zufallsgönnern und beiläufigen touristen zuwandte, ohne sich selbst auch nur im ansatz zu verleugnen. das ist wunderschön und nervig zugleich; aber das kennt ihr ja inzwischen. 

(zum anhören einfach mit der linken maustaste klicken, zum speichern mit der rechten maustaste klicken. die bilder, falls ihr die speichern wollt, solltet ihr speichern)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen