2016/02/19

s-collaboration / stuttgart hip hop oder hiphop oder sowas / diverse künstler / jugendhaus mitte 1996

die archäologische bestandsaufnahme stuttgarter musikkulturen fördert zum leiden gottes mehr mittelmässigkeiten als sensationen zutage; so auch heute. schade, schande. 1996 hat der verein stuttgarter jugendhaus e.v. hiphoppende reimer mit griechischem, türkischem, italienischem und irgendwiejugoslawischem migrationshintergrund ins studio nach zuffenhausen verfrachtet, und sie dort machen lassen, was der verein wollte. das war ziemlich bräsig; und wo es nicht bräsig genug war, da wurde es mit wohlmeinenden wohlfühlsynthesizerklängen vollends zugeschmiert; die stimmen, die texte, um die es ja letztlich ging, wurden demokratisch im verhältnis zur musik ganz nach hinten gemixt; und nein, so geht das nicht, und das werdet ihr gleich hören.
beteiligt an diesem projekt wohlmeinender ingewahrsamnahme waren die guppen kreative sänger, G.D.I.T. und lyrix IV reezon; in den liners wird noch ahed-a erwähnt, er taucht aber nur als kreativer sänger, nicht mit eigener musik auf. das wird aber nirgends erklärt. den bildern der bands sind zwar die namen der beteiligten sänger, djs und mcs zugeordnet, nicht aber, was völlig absurd ist, die namen der bands; man kann nur schlussfolgern, welche band auf welchem bild eigentlich welche band ist. die linernotes und danksagungen sind mit dunkler schrift auf dunklem hintergrund gedruckt und nur mit mühe lesbar.
der vereinnahmende imperialismus setzt sich in der musik fort: die beteiligten bands haben ihre zahmsten performances aufgenommen, jede aufkeimende wildheit oder direktheit wurde mit lahmarschigem keyboard-gewaber und jaulenden new-age-frauen-gesängen weit unter die wahrnehmungsschwelle gedrückt; es ist alles eierkuchenlikes geschwurbele; nur manchmal taucht die eigentliche härte kurz auf und wird sofort mit eiderdaunen zugedeckt. das ist alles ganz furchtbar und ihr müsst das nicht hören.

(mp3 / alle scans included / direct download)

hier könnt ihr krieg von den kreativen sängern direkt eben mal anhören; und der kurze ausschnitt wird mir recht geben. die bands wären gut, wenn die produktion nicht wäre. (und ja: die danksagung an GAW habe ich bemerkt; das macht das aber auch nicht besser)

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